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 Elefant, Löwe & Co.
Safari in Botswana und

Kanuabenteuer auf dem Sambesi in Sambia
vom 13.09. - 26.09.2011

Fotos zu diesem Reisebericht findet man hier

  

  

Einmal mit dem Einbaum durch das Wasseradersystem des Okawango gleiten, die berühmten Viktoriafälle sehen, den riesigen Elefantenherden des Chobe-Nationalparks begegnen und eine Kanusafari auf dem Sambesi erleben... dieser Traum sollte im September 2011 für uns in Erfüllung gehen. Botswana und Sambia befinden sich im südlichen Teil Afrikas und bieten durch weitläufige Nationalparks zahlreichen Tierarten Lebensraum. Doch auch hier ist, wie fast überall auf unserer Erde, dieser Lebensraum durch das rasante Bevölkerungswachstum, die Urbarmachung für den Ackerbau und nicht zuletzt durch die Tiersperrzäune, die ganz Botswana durchziehen, stark bedroht. Die veterinärmedizinischen Zäune sollen Wildtiere und Nutzvieh trennen, doch leider ist für die Wildtiere der Schaden groß, der Vorteil für den Menschen und seine Nutztiere hingegen mehr als fraglich. Trotzdem findet man auch heute noch eine artenreiche Tierwelt und teilweise völlig unberührte Natur. Vor allem tief im Okawangodelta befindet man sich fern jeglicher Zivilisation und wir bekamen ein Gefühl dafür, was echte Wildnis mit all ihrer Schönheit, aber auch mit ihren Gefahren bedeutet.

Der Okawango entspringt im regenreichen Hochland von Zentralangola und mündet im Nordwesten Botswanas in ein weltweit einzigartiges, mehr als 15.000 Quadratkilometer großes Binnendelta inmitten der Halbwüste Kalahari, das sich alljährlich zyklisch mit Wasser füllt und dann durch Verdunstung langsam austrocknet. Dieses Delta stellt den letzten dauerhaft mit Wasser gefüllten Überrest eines riesigen Ursees dar, der von den Strömen Okawango, Chobe und Sambesi gespeist wurde und geologisch als eine Verlängerung des ostafrikanischen Grabenbruchs (Great Rift Valley) gedeutet wird. Auf Satellitenaufnahmen kann man sehen, warum das Okawangodelta als Hand mit Fingern oder als Pfanne mit Pfannenstiel gesehen wird. 

Die Camps im Okawangodelta können nur per Kleinflugzeug erreicht werden, deshalb fand ein Großteil der Reise als so genannte "Fly-In-Safari" statt, nur die Strecke vom Chobe-Nationalpark nach Livingstone legten wir mit Geländewagen und Bus zurück. Auf dem Sambesi waren wir nur mit Kanu und Zelt unterwegs.

1./2. Tag - Flug nach Johannesburg - Maun - Camp Okawango

Wir starten unsere Reise am 13.09.2011 mit der Fahrt zum Münchner Flughafen. Glücklicherweise hat unser Flughafentaxi ein Stauwarnsystem, so dass wir einen dicken Verkehrsstau auf der Autobahn München - Nürnberg umfahren können und unser Flugzeug nach Paris noch rechtzeitig erreichen. In Paris steigen wir in den sehr beeindruckenden Superjumbo A380 um, der über 2 Stockwerke verfügt und maximal 853 Passagiere befördern kann. Unser Flug dauert 11 Stunden und wir sind sehr überrascht, wie ruhig dieser Riesenvogel dahin gleitet. Wir sitzen oben und lesen später, dass der Flug in der oberen Etage deutlich ruhiger sein soll als in der unteren. Am nächsten Morgen landen wir um 10.30 Uhr in Johannesburg und um 13.00 Uhr geht es weiter mit Air Botswana nach Maun, einer Stadt im Norden von Botswana. Dort angekommen werden wir mit 8 weiteren Personen in einen mittleren Buschflieger verfrachtet und fliegen in das Okawangodelta hinein. Unser streng auf 20 kg limitiertes Haupt- und Handgepäck wird natürlich nicht gewogen... alle Aufregung war mal wieder umsonst, hatte ich doch Sorge wegen der schweren Fotoausrüstung. Ein bisschen ärgert es mich aber schon, dass ich das 70-200 mm Objektiv wieder ausgepackt habe. Der Fotorucksack wiegt aber immer noch 11 kg. Nun habe ich als Tele "nur" das 200-400 mm dabei, mit dem ich aber genug zu tun haben werde, da das Ding ein Riese ist und mitsamt Kamera ca. 3 kg auf die Waage bringt. Im Nachhinein fanden wir es als eine sehr angenehme Erfahrung, mit deutlich reduziertem Gepäck zu reisen, es macht vieles einfacher und wir werden es in Zukunft bestimmt ebenso handhaben wie bei dieser Reise.

      

Bei der Landung sind wir wegen defekter Bremsen über den befestigten Airstrip hinaus in die Wiese gerollt und mussten den Flieger zurück schieben 

 

Unbeschreiblich schön sieht die Wasseraderwelt des Okawangodeltas von oben aus

 

Eine gerade mal 20-jährige Buschpilotin hat uns zum nächsten Camp geflogen - sie hat ihren Pilotenschein mit 15 Jahren gemacht

Eng ist es im Buschflieger, und das obwohl dies einer von der größeren Sorte ist. Wir sortieren unsere Gliedmaßen auf den schmal bemessenen Sitzen und kurze Zeit später erheben wir uns in die Lüfte. Die niedrige Flughöhe, auf der wir in das Okawangodelta hinein fliegen, schenkt uns einen atemberaubenden Ausblick auf das fein verzweigte Wasseradersystem. Sogar Elefanten und Giraffen können wir aus dieser Höhe noch ausfindig machen. Die Augen gleiten wie bei einem Bildersuchrätsel über die Landschaft und jedesmal, wenn man wieder ein Tier winzig klein unter einem Baum stehend oder trinkend an einem Wasserloch ausfindig gemacht hat, jubelt das Entdeckerherz vor Freude.

Nach etwa einer viertel Stunde setzen wir zur Landung an, denn wir sind in einem der Camps angekommen, in dem wir 5 Personen absetzen werden. Als wir aus dem kleinen Flieger aussteigen um uns kurz die Beine zu vertreten, kriegen wir mit, dass wir wohl nicht ganz normgerecht gelandet sind, denn das Flugzeug ist über den Airstrip hinaus in die Wiese gerollt. Der Co-Pilot erklärt uns, dass wir mit dieser Maschine nicht weiterfliegen können, da ein Radlager Öl verliert und daher die Bremsen nicht mehr richtig funktionieren. Roland hilft den Männern, den Flieger wieder zurück auf die Landebahn zu schieben und die Piloten organisieren in Windeseile eine neue Maschine, die aus Maun kommen soll, um uns abzuholen. Wir warten solange zusammen mit einem Ranger in einem Jeep, denn wir sind hier ja mitten in der Wildnis und es könnte theoretisch aus jeder Richtung ein wildes Tier auftauchen. Hinzu kommt, dass die Sonne schon langsam untergeht und die kleinen Maschinen nur bis Sonnenuntergang fliegen dürfen. Aber wir haben Glück, kurze Zeit später hören wir schon den neuen Buschflieger herannahen. Diesmal landet ein ganz kleiner, der uns aber ziemlich rasch und sicher zu unserem heutigen Ziel, dem Camp Okawango bringt.

Als wir aussteigen, werden wir schon von einem jungen Schwarzen mit Rastalocken empfangen, der sich als Obed vorstellt und mit dem wir noch eine Menge Spass haben werden. Der Himmel hat sich schon orangerot verfärbt und die Luft riecht nach gekochten Kartoffeln. Wunderbar, denke ich, dann gibt es bestimmt gleich etwas zu essen. Wie falsch meine Schlüsse sind, bemerke ich kurze Zeit später, als Obed uns, während wir zum Camp laufen, den Kartoffelstrauch zeigt, der momentan blüht und dessen verführerischer Duft nach Abendessen unsere Sinne täuscht. Das Camp O., wie es im Safarifachjargon genannt wird, ist von einem Elektrodrahtzaun umgeben, der die Elefanten abhalten soll, alle anderen Tiere können aber unten hindurch schlüpfen und sind deshalb nicht selten ebenfalls Gäste des Camps. Dies ist auch der Grund, weshalb man nach Sonnenuntergang nicht alleine im Camp umhergehen darf. Nachdem uns Obed unser Zelt gezeigt hat, stehen wir erst einmal eine Weile auf der Holzveranda und lauschen dem einmaligen Konzert der Tiere, die, je nach Aktivität, entweder langsam erwachen oder sich für die Nacht einen Schlafplatz suchen.

Um 19.30 Uhr werden wir zum Abendessen abgeholt. Das ganze Camp ist sehr familiär geführt und deshalb gibt es nur zwei große Tische, an denen alle beieinander sitzen, so dass die Gäste schnell miteinander ins Gespräch kommen. Wir sitzen neben den Campmanagern und erfahren, dass die beiden Holländer erst seit ein paar Monaten in Botswana leben und dieses Camp gepachtet haben, zuvor arbeiteten sie als Tauchguides in Ägypten. Nach dem vorzüglichen Abendessen und einer Tasse Tee lassen wir uns bald zurück zu unserem Zelt bringen, denn die lange Reise macht sich nun doch bemerkbar.

3.Tag - Fußsafari - Mokorofahrt

Um 6 Uhr morgens werden wir geweckt, nach einem kurzen Frühstück machen wir uns zusammen mit 3 Neuseeländern und unseren beiden Guides auf den Weg zu Buffalo Island. Dazu müssen wir mit einem kleinen Motorboot durch die schmalen Kanäle des Okawango fahren, links und rechts von uns nichts als Papyrus und Binsen. Unser Guide erzählt, dass diese Kanäle die einzigen Verbindungen zu weiteren Siedlungen sind und deshalb dauert es oft mehrere Tage, wenn die Einheimischen zu einem anderen Dorf fahren wollen. Da es keinen direkten Weg gibt, müssen sie dem Wasserlauf folgen, so wie er momentan eben ist, denn durch Regen- oder Trockenzeiten ändert er sich ständig. Auf Buffalo Island werden wir eine so genannte Walking-Safari unternehmen. Das Besondere daran ist, dass man zu Fuß, wie der Name schon vermuten lässt, ohne schützendes Auto, durch den Busch läuft. Die Guides, die derartige Safaris begleiten, haben eine schwierige Ausbildung absolviert und natürlich eine größere Verantwortung als die Guides, die nur Jeepsafaris anbieten. Tatsächlich spürt man die Wildnis ganz anders, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Sobald man Tieren begegnet, bemerkt man, dass man sie aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet, als vom Jeep aus - nämlich auf Augenhöhe, oder weit darunter, wenn man z.B. auf Elefanten trifft.

Wir laufen im Gänsemarsch hintereinander her, als Vor- bzw. Nachhut jeweils einen Safari-Guide. Wir sehen Impalas, in der Ferne Elefanten, Giraffen und spielende Paviane. Plötzlich sollen wir stehen bleiben und uns ganz ruhig verhalten... einer der Guides hat ganz nah etwas gehört... er geht nachschauen und kurze Zeit später wedelt er wild mit den Armen und macht uns deutlich, dass wir zurück weichen sollen. Wir laufen einen großen Bogen und sehen schließlich den Grund seiner Aufregung. Keine 50 m von uns entfernt grast eine kleine Büffelherde und die können richtig gefährlich werden, wenn man ihnen zu nahe kommt. Langsam aber sicher wird es immer heißer, die Sonne steht schon hoch am Himmel und so machen wir ein kleine Rast bei einem riesigen Baobab (Affenbrotbaum). Diese Bäume sind die Giganten unter Afrikas Himmel. Einer alten afrikanischen Überlieferung nach soll der Teufel nach der Erschaffung der Erde über Gottes Werk so wütend gewesen sein, dass er den prächtigen Affenbrotbaum ausgerissen und falsch herum, mit den Wurzeln nach oben, wieder eingepflanzt hat. Die Früchte des Baumes werden gerne von Pavianen gefressen, daher wohl auch der deutsche Name. Die Radio-Karbondatierung belegt, dass die ältesten heute lebenden Affenbrotbäume über 3000 Jahre alt sind. Auf der Rückfahrt zum Camp gibt der Guide richtig Gas, er navigiert das kleine Boot scharf um die Kurven, so dass das Wasser spritzt. Er hat wohl Hunger... trotzdem entgeht ihm sowohl ein am Ufer liegendes Krokodil, als auch eine Elefantenmutter mit Jungem nicht und er macht kehrt, damit wir noch ein paar Fotos machen können.

      

Mokorofahrt

 

Junge Seerosenblätter

 

Elefantenbeobachtung bei der Walking-Safari

Im Camp gibt es Brunch bzw. Mittagessen und danach machen wir eine kleine Siesta am Minipool. Es ist so sagenhaft ruhig hier, keine Zivilisationsgeräusche, nur Natur. Nach dem kurzen Päuschen gehen wir ein bisschen herum, fotografieren und nehmen noch ein Bad im Pool. Danach gibt es Kaffee und schließlich brechen wir zur Mokorofahrt auf. Der Mokoro oder auch Einbaum wird traditionell aus einem Stamm des Leberwurstbaumes hergestellt. Die Früchte dieses Baumes haben eine gewisse Ähnlichkeit mit Leberwürsten, daher der Name. Die Boote, in denen wir heute fahren, sind jedoch aus Fiberglas. Obed, der uns beide im Einbaum durch das Wasser stakst, erklärt, dass ein Mokoro aus Holz höchstens 5 Jahre hält, die aus Fiberglas natürlich wesentlich länger. Immer Bäume fällen ist schlecht für die Umwelt, meint Obed. Wir sehen winzig kleine Frösche, kaum größer als ein Daumennagel, Insekten und Unmengen von Seerosen. Unser Guide erzählt uns, dass die Wurzeln der Seerosen von den Einheimischen gerne gegessen werden, sie werden wie Kartoffeln gekocht. Er fischt eine Wurzel heraus, schält sie und lässt uns probieren, schmeckt richtig nussig - nicht schlecht! Nachdem wir uns ein bisschen mit Obed unterhalten und gescherzt haben, genießen wir schweigend diese absolut ruhige und entspannende Bootstour - schöner kann man die Seele nicht baumeln lassen. Die Sonne geht langsam unter, das Wasser liegt da wie ein schwarzer, glatter Spiegel, sanft gleiten wir durchs Wasserlabyrinth und die Stille ist stiller als still.

Nach dieser wunderschönen Mokorofahrt werden wir an der Bootsanlegestelle, die sich direkt neben dem Airstrip befindet, schon mit dem obligatorischen Sundowner erwartet. Tatsächlich steht die Sonne schon dick und rot knapp über dem Horizont und taucht die gesamte Umgebung in warmes, rotgoldenes Licht. Wir lassen uns die kühlen Getränke schmecken und fragen uns, warum am Ende der Landebahn die Worte "Camp Okawango" mit weißen Steinen auf den Boden gelegt wurden. Einer der Guides beantwortet die Frage: dies sei ausschließlich für die Piloten gemacht worden, damit diese auch wissen, dass sie das richtige Camp angeflogen haben. Der Sonnenuntergang ist schnell vorüber und so marschieren wir bald zurück ins Camp.

Abends gibt es wieder sehr leckeres  Essen, amüsante Gespräche an der großen Tafel und ein romantisches Lagerfeuer. Wir probieren den typisch südafrikanischen Amarula, einen sehr wohlschmeckenden Likör, der aus Früchten des Marulabaumes hergestellt wird und ein wenig wie Irish Cream schmeckt - gefährlich gut!

4.Tag - Fußsafari - Flug ins Camp Moremi - Gamedrive

 Nach einem kleinen Frühstück geht es für uns zu zweit noch einmal auf Fußsafari, wir schippern wieder zu einer der Inseln. Ein kurzer Fußmarsch und schon entdecken wir eine Gruppe Elefanten, nur etwa 30 m von uns entfernt. Sie bemerken uns nicht und so können wir sie in Ruhe beobachten, während sie eifrig damit beschäftigt sind, die Blätter von den Bäumen zu rupfen und zu fressen. Es ist ein irres Gefühl, diesen riesigen Tieren mitten in der Wildnis so nahe zu sein und keine Flucht- oder Rückzugsmöglichkeit zu haben. Zum Glück haben wir unsere beiden Guides dabei, die wissen, wie man sich verhalten muss. Außer den grauen Dickhäutern sehen wir viele Impalas, die Kadaver von zwei Büffeln, die etwa vor zwei Wochen von Löwen gerissen wurden, ein Baum voll besetzt mit riesigen schwarzen, storchartigen Vögeln und einen auf einem Baum sitzenden Nilwaran. Kurz bevor wir wieder zu unserem Boot kommen, zeigt uns unser Guide eben jenen Marulabaum, aus dessen Früchten der gestern Abend getestete Likör hergestellt wird. Diese süßen Früchte sind momentan gerade reif und so schlagen wir uns noch schnell die Bäuche voll.

Nach unserem kleinen Ausflug packen wir unsere Sachen und bekommen noch ein reichhaltiges Mittagessen. Danach werden wir zum Airstrip gebracht und schon landet die kleine Cessna, die uns ins Camp Moremi bringen soll. Wir staunen nicht schlecht, als ein etwa 20-jähriges Mädchen aus dem Cockpit krabbelt. Im ersten Moment denke ich: Nee, die kann uns doch nicht ins nächste Camp fliegen - die kann doch gar nicht fliegen! Kurze Zeit später werde ich eines Besseren belehrt. Sie steuert die Maschine sicher durch die Lüfte und für das etwas unruhige Flugwetter kann sie ja nichts. Das junge italienische Pärchen, das mit uns fliegt, ist schon 1,5 Stunden mit ihr unterwegs gewesen. Kaum sind wir 5 Minuten geflogen, wird der Italienerin so schlecht, dass sie sich übergeben muss - die Arme! Später erfahren wir, dass es ihr die ganze Zeit zuvor schon so ergangen ist, wir versprechen ihr ein paar unserer Reisetabletten für die nächsten Flüge.

Im Camp Moremi bleibt genügend Zeit, uns in unserem Zelt einzurichten, uns ein wenig umzusehen und noch einen Kaffee zu trinken, bevor es zum nachmittäglichen Gamedrive geht. Unser Guide stellt sich als Frank vor und wir freuen uns, dass wir zusammen mit den beiden Italienern fahren werden, sie heißen Valentina und Valentino und sind gerade in den Flitterwochen. Außerdem kommen noch Mass und Mary dazu, zwei überaus liebenswürdige Dänen, die uns auf den ersten Blick total sympathisch sind. Es stellt sich schon bald heraus, dass wir eine besonders nette und gut zusammenpassende Gruppe sind und wir haben viel Spaß miteinander. 

      

Giraffengrimassen

 

Drohender Nilpferdbulle

 

Afrikas Sonnenuntergänge sind legendär

 Schon nach kurzer Zeit treffen wir auf einige Giraffen, die gerade dabei sind, die Bäume abzuweiden. Es ist erstaunlich, wie nah wir heranfahren können, ohne dass sich die Langbeinigen in irgendeiner Weise gestört fühlen. Jede einzelne der wunderschön langen Wimpern kann ich durch mein Objektiv erkennen und so kommen ein paar wirklich gute Fotos mit fressenden Giraffengrimassen zustande. Diese Safarifahrt stellt sich als sehr erfolgreich heraus, denn wir sehen Zebras, Impalas, Elefanten, die den Fluss durchqueren, Warzenschweine, Leierantilopen, grüne Meerkatzen, Paviane, verschiedene Gänse, Störche, einen Nilwaran, Krokodile und Kudus. Unseren Sundowner nehmen wir an einem Wasserloch in Gesellschaft mehrerer Nilpferde ein, von denen sich ein Bulle, der Größte natürlich, ordentlich aufspielt, unentwegt mit seinem weit aufgerissenen Maul droht und eine lautstarke Kostprobe seiner grunzenden, tiefen Stimme gibt. Die Sonne ist schon hinter den Bäumen verschwunden, als wir ins Camp zurückkehren.

Wir verbringen einen sehr unterhaltsamen Abend in Gesellschaft unserer Safarigruppe. In der Nacht hören wir im Halbschlaf eine Hyäne heulen und das Gebrüll der Löwen - ich hoffe, dass die Alarmhupe, die man in jedem Zelt findet, niemals zum Einsatz kommen muss.

5.Tag - Gamedrives

Um 6 Uhr Wake-up-call, Breakfast 6.30 Uhr und Aufbruch zum morgendlichen Gamedrive um 7 Uhr. Wir sind wieder mit Frank und derselben Gruppe wie gestern unterwegs. Heute fahren wir etliche Kilometer, um in das weite Grasland zu gelangen, in dem sich gerne die großen Katzen aufhalten. Die Landschaft, die wir durchqueren, besteht zunächst aus weiten Flächen, auf denen noch ziemlich viel Wasser steht. Dieser Umstand hat dazu geführt, dass die Bäume, die dort wachsen, abgestorben sind und wie bizarre Skelette in den Himmel ragen. Sie vertragen das viele Wasser nicht, erklärt Frank, denn normalerweise ist die Gegend hier nicht so überschwemmt, allerdings sind die letzten Überflutungen des Okawangobeckens durch vermehrte Regenfälle stärker gewesen, als das normalerweise üblich ist. Viele Pisten sind noch unpassierbar und auch wir müssen durch Wasserlöcher fahren, deren Wasserstand knapp ein Meter hoch ist. Frank warnt uns immer rechtzeitig, wenn das Wasser in den Fußraum des Jeeps fließen könnte, damit wir unsere Füße und die Kameraausrüstung in Sicherheit bringen. Über Wasserlöcher, die niemals austrocknen, sind Brücken aus Holzbohlen gebaut und ich bewundere Frank, wie zielsicher er auf die schmalen Baumstämme fährt, obwohl er sie gar nicht sehen kann, da sie unter der Wasseroberfläche liegen.

Wir gelangen in eine Gegend, in der nur noch wenige niedrigere Bäume und Büsche wachsen, manche davon tragen ein hellviolettes oder ein weißes Blütenkleid. Es gibt viele Kameldornbüsche und auch der "Kalahari Apple Tree" ist weit verbreitet. Frank erklärt, wie der kleine Baum zu seinem Namen kam: die Blätter sind so trocken, dass, wenn man sie in der Hand zerdrückt, ein Geräusch entsteht, als würde man in einen Apfel beißen. Er pflückt ein paar Blätter und führt uns den Effekt vor. Tatsächlich, das Geräusch hört sich wirklich so an, als würde man in einen knackigen Apfel beißen. Bald fahren wir nur noch durch weites Grasland, das den großen Katzen als gute Tarnung dient und ihren Beutetieren ausreichend Nahrung bietet. Grasfresser sehen wir genügend: Gnuherden, Leierantilopen, Impalas, Kudus und sogar ein eher scheues, nicht so häufig zu sehendes Steinböckchen. Von den Jägern aber fehlt jegliche Spur. Nach einer Reifenpanne und einer kleinen Kaffeepause (der Picknickkoffer steht immer im Heck des Wagens), machen wir uns wieder auf den Rückweg. Katzen sehen wir heute leider nicht, dafür begegnen uns noch eine kleine Giraffenherde, Krokodile, Nilpferde, ein Steppenwaran, Warzenschweine, ein Schakal und ganze Scharen von Vögeln und Wasservögeln, darunter auch einige Pelikane. Als wir gegen 12 Uhr wieder zum Camp zurückkommen, sind wir etwa 60 km gefahren und waren insgesamt 5 Stunden unterwegs.

Nach dem Mittagessen begeben wir uns zur Siesta an den Pool. Als wir danach zu unserem Zelt gehen, entdecken wir unter der Holzveranda ein Buschbockweibchen, das es sich dort zum Schlafen gemütlich gemacht hat. Putzige Ockerfuß-Buschhörnchen turnen auf Bäumen und Wegen herum, auf die Schnelle schaffe ich es aber nicht, eines vor die Linse zu bekommen, sie sind einfach zu flink. Vor dem Kaffeetrinken und dem nachmittäglichen Gamedrive wollen wir noch in den kleinen Souvenirshop gehen, der sehr schönes, typisch botswanisches Kunsthandwerk führt. Wir erstehen ein paar der handgemachten Körbchen, die aus Gras geflochten sind und durch die unterschiedlichen farbigen Muster auffallen. Wieder einmal merken wir, wie sehr sich die Einheimischen freuen, wenn man sie in der Landessprache begrüßt. Guten Tag heißt in Setswana Dumela Mma (wenn man eine Frau begrüßt) und Dumela Rra (wenn man einen Mann begrüßt). Wir haben diese Worte in der Fernsehserie Mma Ramotswe - The Ladies First Detectiv Agency, gelernt. Die Serie lief zufällig ein paar Wochen vor unserem Abflug auf Arte und handelt von einer beherzten jungen Dame, die als erste Frau in Botswana ein Detektivbüro eröffnet. Mma Ramotswe kennt hier jedes Kind und auch die Bücher gibt es überall zu kaufen.

  

Elefanten können bis zu 200 l Wasser innerhalb von 5 Minuten aufnehmen

 

Die Beine eines Bullen müssen ein Gewicht von ca. 5 Tonnen tragen

 

40.000 zu Bündeln verflochtene Muskeln machen den Rüssel sehr beweglich 

Nach unserer kleinen Shoppingtour und einem schnellen Kaffee steigen wir wieder in den Jeep und machen uns auf den Weg zum nachmittäglichen Gamedrive. Frank hat als Ziel Paradise Island ausgesucht, welches schneller zu erreichen ist als das Grasland heute Vormittag. Zunächst geht es durch einen Wald mit unzähligen Baumleichen, hier waren Elefanten am Werk: um an die oberen Blätter zu gelangen, drücken sie die Bäume einfach nieder. Aber auch die noch lebenden Bäume haben überall an der Rinde Ausschilferungen von den Stoßzähnen der Elefanten. Als sich der Wald lichtet, muss Frank plötzlich abbremsen, denn ein Elefantenbulle kreuzt unseren Weg - er ist auf dem Weg zu einem Wasserloch. Frank fährt unterdessen so an die Wasserstelle heran, dass wir den grauen Riesen im goldenen Nachmittagslicht beim Trinken beobachten können. Keine 6 m entfernt von uns taucht der Bulle seinen langen Rüssel ins kühle Nass, saugt Wasser ein, steckt ihn schließlich in sein Maul und schluckt in kurzer Zeit Unmengen von Wasser hinunter. Wir sind so nah, dass wir sogar die gutturalen Schluckgeräusche hören können. Zwei weitere Elefanten tauchen auf, sie rempeln sich gegenseitig ein wenig an - scheinbar handelt es sich um eine Gruppe von Jungbullen. Alle drei sind so schlammverkrustet, dass sie kaum aus ihren Augen schauen können. Die Mächtigkeit der grauen Riesen beeindruckt sehr - man kann die Energie der Tiere und ihre Wildheit förmlich spüren. Es ist immer wieder erhebend und emotional anrührend, einem wilden Tier - und noch dazu einem so großen - ungeschützt in der freien Wildbahn gegenüberzustehen. Das ist es wohl, was einen süchtig werden lässt nach derartigen Trips. Eine Mischung aus Adrenalinschub und emotionalem Kick, den man im Alltag selten erlebt. Ein ganz intensives Erleben des Augenblicks, man ist absolut im Hier und Jetzt, eine Art Flow, eins mit Natur und Kreatur, als wäre alles eins und man selbst ein Teil davon. Welch ein Segen, die Schöpfung in all ihrer Schönheit und Vollkommenheit bewundern zu dürfen. Es fällt schwer, die Magie dieses Augenblicks zu beenden, aber Frank startet schließlich doch den Motor, um noch weitere Savannenbewohner ausfindig zu machen.

Einige Fahrminuten später treffen wir auf eine Lichtung und können beobachten, wie vier Giraffen gerade dabei sind, mit weit gegrätschten Beinen Mineralien aus dem schlammigen Boden zu lecken. Genauso wie beim Trinken am Wasserloch ist es für die Tiere ein schwieriges Unterfangen, ihre Zunge bis zum Boden zu bringen. Frank erklärt, dass sich manch ältere Giraffe dabei ein Bein bricht - dies ist leider das sichere Todesurteil. Es ist zwar nicht schön, dass sich die Vier von uns gestört fühlen, aber so sehen wir, wie sie im für Giraffen typischen Passgang davon galoppieren. Obwohl sie schnell sind, sehen die Langbeinigen dabei aus wie in Zeitlupe - ein wunderschöner Bewegungsablauf! 

   

   

Giraffe beim "Bücken"

 

Passgang - die Beine einer Körperseite treten gleichzeitig auf

 

Schreiseeadler mit Nest

Für unseren Sundowner hat Frank diesmal einen besonders geeigneten Platz an einer riesigen Wasserstelle ausgesucht. Der Himmel hat sich rotgolden verfärbt, im Wasser stehen einige abgestorbene Bäume und auf einem davon sitzt ein wunderschöner Schreiseeadler neben seinem kunstvoll gebauten Nest. Da jubelt das Fotografenherz! Auf der Rückfahrt zum Camp begegnen uns noch zwei Streifenschakale, grüne Meerkatzen und eine weitere Giraffe, die gerade ihr Abendessen pflückt. Frank erklärt Interessantes über die Tricks der Bäume, sich vor zu vielen Fressfeinden zu schützen: sie produzieren Tanin, das die noch nicht gefressenen Blätter bitter schmecken lässt - das passiert sogar während des Fressvorgangs. Und der Clou: Nachbarbäume, die im Wind stehen, machen dies, durch Botenstoffe angeregt, nach. Die Tiere kontern wiederum, indem sie gegen die Windrichtung die Bäume "wechseln". Sagenhaft - der Erfindungsreichtum der Natur!

Den heutigen Abend verbringen wir wieder in Gesellschaft unserer Safarifreunde und an der großen Tafel entwickelt sich manch nettes Gespräch mit anderen Gästen. So erfahre ich von einem jungen Italiener, dass er zuvor im Chobe Nationalpark war und dort ein Rudel Löwen mit Jungtieren beim Spielen und Trinken am Wasserloch fotografiert hat. Er zeigt mir seine Aufnahmen und ich bin richtig neidisch, denn die großen Katzen sind uns bis jetzt ja vorenthalten geblieben. Der Chobe Nationalpark ist allerdings unser nächstes Ziel, ich hoffe wir haben Glück!

6.Tag - Flug in den Chobe Nationalpark - Bootstour auf dem Chobe 

Heute heißt es Abschied nehmen vom Camp Moremi, den lieben Menschen, die unseren Aufenthalt so angenehm gemacht haben, und leider auch von Valentina, Valentino, Mass und Mary. Um 8.45 Uhr werden wir vom Campmanager zum Airstrip gebracht. Kaum sind wir da, landet schon die kleine Propellermaschine, die uns zusammen mit zwei Australiern in den Chobe Nationalpark bringen wird. Der Flug dauert eineinviertel Stunden und verläuft angenehm ruhig. Kurz vor der Landung kann man deutlich den Choberiver erkennen, der die Landschaft wie abgeschnitten erscheinen lässt. Wo auf der einen Seite karge Buschsavanne zu sehen ist, erstreckt sich am anderen Ufer weites fruchtbares Grasland. Der Chobe Nationalpark ist berühmt für seine Elefantenpopulation - 120.000 Dickhäuter leben auf einer Fläche von 10.566 km²! Da überrascht es nicht, dass wir noch vom Flugzeug aus eine größere Herde erspähen können.

      

Der Chobe teilt die Landschaft

 

Kasane Airport mit asphaltierter Landebahn

 

Poppige Buschflieger

 In Kasane wartet bereits eine nette junge Dame auf uns, die uns im Safarijeep zur Chobe Game Lodge bringen wird. Schon auf der Fahrt dorthin sehen wir wieder Elefanten, die die einzige asphaltierte Straße der Gegend überqueren. Bevor wir unser Ziel erreichen, geht es etwa eine halbe Stunde mit dem Jeep über sandigen, rötlichen Untergrund, der eine Umstellung auf Vierradantrieb nötig macht. Der Empfang in der Lodge ist so überaus freundlich, dass wir nur staunen können. Die im afrikanischen Stil erbaute Anlage liegt direkt am Fluss, hat richtige Zimmer und bietet dem Safaritouristen alle nur erdenklichen Annehmlichkeiten. Auch Warzenschweine, Zebramangusten und Buschböcke haben dort ein sicheres Zuhause gefunden und tragen zur allgemeinen Unterhaltung bei.

Nach einem vorzüglichen Mittagessen und der obligatorischen Siesta am Pool, trifft man sich an der Bootsanlegestelle. Zusammen mit zwei Amerikanern, zwei Österreichern, zwei Deutschen, zwei Brasilianern und unserer Kapitänin Conny fahren wir auf den Fluss hinaus. Conny erklärt, dass wir uns nun im Niemandsland befinden, denn am anderen Ufer beginnt bereits Namibia. Sie warnt uns außerdem davor, unsere Arme über das Bootsgeländer baumeln zu lassen, da die Krokodile sie für potentielle Beute halten könnten. Mit dem Boot können wir ganz nah ans Ufer heranfahren und so haben wir die Gelegenheit, aus unmittelbarer Nähe Elefantenfamilien beim Trinken zu beobachten, oder Pavianmütter mit ihren Jungen am Bauch, die auf Futtersuche sind. Einige Büffel haben es sich in der Uferzone bequem gemacht, während die Krokodile die letzten Sonnenstrahlen genießen. Als die Sonne schon ziemlich schräg steht, werden wir Zeugen eines besonders putzigen Schauspiels: eine Nilpferdfamilie hat sich um die beiden jüngsten Mitglieder gruppiert, die beiden Babys sind unermüdlich damit beschäftigt, spielerisch ihre kleinen Mäuler aufzureißen und sich gegenseitig zu beißen. Die Vorstellung will kein Ende nehmen und da wir alle so fasziniert von den Hippokindern sind, verpasst es Conny doch tatsächlich, rechtzeitig zurückzufahren, um uns den Sonnenuntergang von einer ganz besonders schönen Stelle zu zeigen. Na, macht nichts... morgen gibt es bestimmt noch einmal die Gelegenheit dazu.

  

Pavianmutter mit Neugeborenem

 

Krokodil beim Sonnenbad

 

Spielende Nilpferdkinder

Zurück im Zimmer bemerkt Roland, dass sein Handy verschwunden ist. Durch angestrengtes Nachdenken kommt er darauf, dass er es wohl dummerweise im Camp Okawango im Safe liegen hat lassen. Vor dem Abendessen gehen wir bei der Rezeption vorbei und fragen die besonders nette Betty, ob wir irgendetwas tun können, um das Handy wieder zu bekommen. Sie meint, dass das überhaupt kein Problem ist. Sie funkt ins Camp O. und gibt dort Bescheid, dass das Handy beim nächsten Flug nach Kasane mitgegeben wird. Das sollte morgen im Laufe des Tages eigentlich klappen. Wir sind positiv überrascht, Roland hatte das Handy schon abgeschrieben. An der Bar lernen wir Mesh kennen. Sie arbeitet schon lange Zeit in der Chobe Game Lodge, hat vier Kinder, um die sich während ihrer Abwesenheit ihr Mann kümmert. Wenn sie frei hat, fährt sie die 40 Minuten nach Kasane und besucht ihre Familie. Ich mache ein paar Fotos und verspreche, dass ich ihr morgen einen Abzug bringen werde - das freut sie natürlich sehr (ich habe einen Minifotodrucker dabei).

Zum Abendessen gibt es Suppe, Gemüselasagne und Schokotarte, alles sehr, sehr lecker. Im Speisesaal wiederholt sich folgendes Ritual regelmäßig: die Vorspeise und der Hauptgang werden mit einem großen Deckel über dem Teller serviert, der Gast soll nun raten, was sich wohl darunter befindet. Wir kommen auf immer absonderlichere Ideen, z.B. Krokodileier, gegrillte Zebraschwänze, gekochte Hippoaugen, Elefantenboller... Die Ober haben einen irrsinnigen Spaß, wenn sie dann - 3-2-1 - runterzählen und mit einer ausschweifenden Armbewegung den Deckel heben. Mit einem kleinen Spaziergang lassen wir den Abend ausklingen, ich drucke noch die Fotos für Mesh aus und schließlich liegen wir schon um 22.15 Uhr im Bett und schlafen gleich ein. 

7.Tag - Gamedrives - Bootstour

Weckruf heute um 5.30 Uhr, kurzes Frühstück mit Muffins und Kaffee, danach Abfahrt zum Gamedrive. Conny ist heute Chauffeurin und Safariguide in einem. Die Landschaft wirkt ein wenig karg, da die meisten Bäume keine Blätter haben. Der botswanische Winter ist ja gerade eben erst vorüber, einige wenige Bäume haben jedoch schon ihr Blütenkleid übergestreift. Es gibt auch immergrüne Büsche, an denen man sehr gut erkennen kann, wie hoch die Impalas mit Ihren Mäulern zum Fressen kommen, denn das Grün fängt erst ab einer Höhe von ca. 1 m an. Wir sehen Giraffen, Impalas, Tsessebes, wunderschön bunte Vögel, Schreiseeadler, ein Erdhörnchen, ein Pärchen Schabrackenschakale und Paviane, die gerade bei der Morgentoilette sind. 

Irgendwann hält Conny den Jeep an und deutet auf eine Schlangenlinie im Sand. Links und rechts der Linie sind mit kleinen Schuppen besetzte Fußabdrücke erkennbar, die Spur geht vom Ufer bis zu einem etwa 80 m entfernten Gebüsch. Connie klärt uns auf: dies ist eine Krokodilspur! Versteckt in einem weiteren Busch entdecken wir ein totes Impala und davor Katzenfußabdrücke und Schleifspuren. Connie vermutet, dass ein Leopard das Impala getötet hat, das Krokodil kam zur Beute und wollte es dem Leoparden abspenstig machen, der Leopard hat es dann zum nächsten Busch gezerrt und dort versteckt. Das Krokodil hat aufgegeben. Da Krokodile sich an Land nicht so sicher fühlen, ist es schließlich lieber wieder zurück zum Ufer gekrochen. Es ist äußerst selten, dass man so weit vom Ufer entfernt Krokodilspuren findet. Wir nehmen uns vor, beim Nachmittags-Gamedrive wieder hier vorbei zu schauen, denn es könnte ja sein, dass der Leopard zurück kommt und seine Beute fressen will.

Wir fahren einige Kilometer am Fluss entlang und treffen auf eine große Büffelherde, die gerade den Fluss überquert, manches Jungtier tut sich dabei noch recht schwer, aber die Mütter passen auf, dass keines zurück bleibt. Auf dem Rückweg haben wir wieder einmal die Gelegenheit, sehr nah an eine Giraffengruppe heranzukommen und so gelingen ein paar wunderschöne Porträts. Außerdem kann man aus dieser geringen Entfernung die simple aber effektive Fresstechnik der Giraffen sehr gut beobachten: ein Zweig wird etwa 30 cm vor dem Ende mit der Zunge umfasst, die Zunge wird in den Mund gezogen, so bleiben alle Blätter am Maul und an den Zähnen der Giraffe hängen, nur der "leere" Stiel bleibt am Baum zurück. Kurz vor dem Eingang der Lodge bemerken wir, dass die Zebramangusten nicht nur innerhalb des Lodgegeländes, sondern auch hier draußen leben und im sandigen Boden nach Käfern und Würmern wühlen. Sie sind emsig am Graben und - was ungewöhnlich ist - derart zahm, dass man sie anfassen könnte, wenn man wollte. Allerdings sollte man sich in Acht nehmen, denn die putzigen Tierchen können auch ganz schön zubeißen. Nach diesem morgendlichen Ausflug gibt es nun ein recht reichhaltiges Frühstück auf der Terrasse.

Gleich danach geht es noch einmal auf Bootsfahrt. Dass wir so viele Elefanten auf einmal sehen würden, hätte ich vorher nie gedacht. Riesige Herden mit Mitgliedern in allen Altersstufen kommen zum Trinken und zum Baden an den Fluss. Von Elefantendusche, über säugende Babys bis zu übermütigen Jungtieren und badenden Bullen, bekommen wir wirklich das komplette Familienleben der Dickhäuter mit. Die Fotoaufnahmen sind einmalig schön - ich bin begeistert. Riesige Krokodile sonnen sich am Ufer, ein Waran streitet sich mit einem Nimmersatt und einem Marabu um einen Vogelkadaver, Nilpferde lassen Wasserfontänen in die Luft spritzen und Wasservögel sind auf der Jagd nach Fischen. Die Eindrücke sind so reichlich, dass man Mühe hat, alles zu verarbeiten.

  

Giraffen beim Frühstück

 

Die beiden sind auf dem Weg zum Flussufer

 

Das junge Gemüse will erzogen sein

Beim Mittagessen bringt uns doch tatsächlich Betty das vermisste Handy zurück - toll, dass der Transfer geklappt hat! Es gibt ein feines Büffet und zwischen den Tischen und Stühlen suchen ein paar Warzenschweine nach herunter gefallenen Leckereien. Anschließend marschieren wir auf dem langen, hölzernen Laufsteg, der am Ufer entlang gerade erst erbaut wurde, bis zum Aussichtspunkt am Ende des Stegs. Man hat einen herrlichen Blick auf die Flusslandschaft - durch das Fernglas entdecken wir ein Krokodil, das gerade gemütlich seine Bahnen durchs Wasser zieht, Nilpferde, die auf der namibischen Seite weiden und die größte Elefantenherde, die wir jemals gesehen haben - weit über 300 Tiere halten sich im Grasland am Flussufer auf - beeindruckend!

Die Nachmittagssafari startet gegen 16.30 Uhr. Wir haben nur eine Mission zu erfüllen: die großen Katzen finden! Deshalb führt unser Weg direkt zu dem versteckten Impalakadaver von heute Vormittag - aber leider Fehlanzeige, kein Leopard in der Nähe! Ein paar Impalas schauen zwar aufmerksam und nervös in eine bestimmte Richtung, aber gepunktete Katzen sind weit und breit keine zu sehen. Eine Paviangruppe sitzt im Schatten am Wegesrand. Es gibt ein paar sehr junge Familienmitglieder und die älteren haben alle Hände voll zu tun, die Kleinen in Schach zu halten. Conny unterhält sich per Funk mit anderen Guides, so erfährt sie wohl, wo es eventuell etwas Interessantes zu sehen gibt. Wenige Kilometer weiter treffen wir auf einige Jeeps, einer hält an und der Fahrer informiert uns darüber, dass einen weiteren Kilometer entfernt ein Löwenrudel unter den Bäumen ruht. Hurra! Endlich! Als wir den Ruheplatz der Löwen erreichen, sind einige der Junglöwen gerade aufgewacht, rappeln sich hoch, strecken sich und streunen langsam über den Weg, einer pinkelt, aber kurze Zeit später liegen sie schon wieder alle beieinander unter den Bäumen. Die Mütter machen sich erst gar nicht die Mühe aufzustehen, sie schauen nur etwas gelangweilt in unsere Richtung, räkeln sich, eine dreht sich auf den Rücken und streckt die Beine in die Luft. Sie sind faul und vollgefressen und da in dieser Stimmung kaum auf mehr Aktion gehofft werden kann, entscheidet Conny, dass wir lieber noch weiter fahren, um vielleicht auf dem Rückweg doch noch einen Leoparden zu sehen. Ich zweifle daran, dass uns dieses Glück zu Teil wird, es ist nämlich schon spät geworden und bis 18.30 Uhr müssen wir spätestens zurück sein.

  

Junge Löwendame

 

Zebraherde im Galopp

 

Der Leopard verzieht sich lieber

Kurz hält Conny noch einmal an, damit wir die Gelegenheit nutzen können, die rennenden Zebras zu fotografieren, aber dann gibt sie Gas und fährt in einem ziemlich rasanten Tempo den Weg zurück. Zwischendurch funkt sie mit anderen Guides, plötzlich bremst sie scharf, wendet den Wagen blitzschnell und fährt ein Stück zurück. Ein anderes Auto kommt uns entgegen und wir erfahren, dass die Insassen soeben einen Leoparden gesehen haben, der von einem Büffel verscheucht wurde. Conny fährt ein Stück abseits des Weges ins Unterholz hinein und tatsächlich - unter einem umgefallenen Baum liegt ein wunderschöner Leopard, er blickt uns direkt an... es bleibt nicht viel Zeit, schnell versuche ich ein paar Fotos zu machen, sch... der Autofokus versagt, das Licht ist schon zu schlecht. Ich stelle von Hand scharf und hoffe, dass die Aufnahmen etwas geworden sind. Conny muss zurück fahren, einige andere Jeeps mit Safaritouristen sind aufgetaucht, die natürlich auch die Raubkatze sehen wollen. Dem Leoparden wird es aber scheinbar zu voll und so entscheidet er - zu unserem Glück - dass er diesen Platz lieber verlässt. Er streckt sich und schreitet mit unglaublich eleganten und majestätischen Bewegungen direkt an unserem Auto vorbei und verschwindet im nächsten Gebüsch. Wahnsinn - die perfekte Sichtung! Inzwischen hat sich der Himmel blutrot verfärbt, es ist wirklich schon spät geworden. Conny rast zurück zur Lodge und so kommen wir mit nur 5 Minuten Verspätung an. Die Guides sind angehalten, den Park stets pünktlich zu verlassen, wenn sie sich nicht daran halten, kann sie das ihre Lizenz kosten. Aber 5 Minuten über der Zeit ist schon noch o.k., meint Conny.

Später im Zimmer merke ich, dass ich schon wieder mal meinen Objektivdeckel verloren habe. Ich schätze, dass er mir im Jeep auf den Boden gefallen ist. Also gehen wir vor dem Abendessen erneut zu Betty und klagen unser Leid. Sie meint nur, dass ich mich nicht sorgen soll, sie kümmert sich drum. Als wir später beim Barbecue sitzen und der afrikanischen Band lauschen, die heute Abend für Stimmung sorgt, kommt Betty auch schon vorbei und bringt mir meinen Objektivdeckel - er war natürlich noch in Connys Auto. Nach dem Abendessen beweist die Belegschaft der Lodge ihr Gesangstalent und ehrt damit ein Geburtstagskind. Nachdem wir anschließend von Betty erfahren, dass wir morgen um 9.00 Uhr abgeholt werden, aber vorher noch an einem Gamedrive teilnehmen können, gehen wir schnell ins Bett. Es ist schließlich schon Mitternacht - nicht viel Zeit zum Ausruhen! 

8.Tag - Gamedrive - Fahrt nach Sambia - Sundown-Cruise

Um 6.30 Uhr geht es für uns noch ein letztes Mal auf Safari. Wir statten den Löwen, die wir gestern gesehen haben, noch einen kleinen Besuch ab. Sie liegen nur ein paar Bäume weiter und sind noch immer vollgefressen und müde. Pünktlich um 9.00 Uhr sind wir zurück und sehen, dass der Fahrer, der uns nach Sambia bringen wird, schon auf uns wartet. Die Fahrt bis zur sambischen Grenze dauert etwa 45 Minuten. Nach Erledigung sämtlicher Formalitäten, setzt uns ein kleines Boot auf die andere Seite des Sambesis über. Als einzige Weiße werden wir sofort von einer Horde Verkäufer umringt, die uns ihre Waren andrehen wollen. Schnell finden wir aber unseren Bus, der uns nach Livingstone bringen wird. Noch etwa 30 Minuten und wir erreichen unser Ziel - die Tongabezi Lodge.

Wir sind angenehm überrascht von der außergewöhnlich schönen Anlage. Unser neues Zuhause ist ein kleines Häuschen mit Blick auf den Sambesi. 5 oder 6 Nilpferde plantschen im Fluss und grunzen den lieben langen Tag vor sich hin. Schon kurz nach unserer Ankunft entdecken wir einen Waran, der auf dem Baum vor unserem Haus durchs Geäst klettert. Nach einer kleinen Pause schauen wir uns ein wenig in der neuen Umgebung um. Wir folgen einem Schild, auf dem "Treehouse" geschrieben steht und wundern uns, als wir plötzlich auf einer kleinen Terrasse stehen, die um einen knorrigen alten Baum gebaut ist. Drei Leute sitzen an einem Tisch, der vor einem riesigen Himmelbett steht, neben dem sich die Badewanne befindet (alles unter freiem Himmel). Wir sind in der Hochzeitssuite gelandet und das Brautpaar wird soeben von einer Mitarbeiterin der Lodge eingewiesen. Wie peinlich! Wir entschuldigen uns, aber das Pärchen lächelt nur verliebt.

Nach dem unglaublich leckeren Mittagessen, das wir auf der Holzveranda mit Blick auf den Sambesi eingenommen haben, genießen wir den Nachmittag - heute mal ganz faul - am Pool, der sehr malerisch als natürlich wirkendes Becken mit Wasserfall angelegt worden ist. Von unserem Platz auf der Holzplattform können wir die Vervet-Monkeys in den Bäumen herumturnen sehen. Manch ein mutiger Kollege kommt auch mal schnell zu uns auf die Veranda herunter, wahrscheinlich in der Hoffnung, etwas Fressbares zu finden.

      

Naturpool in der Tongabezi Lodge

 

Abendstimmung

 

Beim Sundown-Cruise

Um 17.00 Uhr treffen wir uns mit sechs weiteren Lodgegästen an der Bootsanlegestelle zum Sundown-Cruise. Auf der anderen Flussseite beginnt bereits Simbabawe, dort grenzt auch direkt ein Nationalpark. Dies ist der Grund, weshalb einige Paviane und Impalas zu sehen sind, die am Wasser ihren Durst stillen. Flussaufwärts schippern wir am Ufer entlang, sehen bunte Vögel und außergewöhnliche Bäume, die ihre knorrigen Wurzeln weit ins Wasser hinein strecken. Der Sambesi ist, zumindest hier, fast so still wie ein See. Die Sonne versinkt langsam hinter den Bäumen und entfacht wieder einmal einen Rausch der Farben, der die gesamte Umgebung in ein fast unwirkliches Licht taucht. Es gibt natürlich wieder die obligatorischen Drinks und Knabberzeug. Als wir von dieser schönen Bootstour zurück kommen, ist es schon fast dunkel.

 Das Abendessen wird sehr romantisch bei Kerzenlicht und Lagerfeuer auf der Holzplattform serviert. Am Himmel leuchten Millionen von Sternen, leises Plätschern vom Fluss dringt zu uns herauf und die nächtlichen Temperaturen sind angenehm lau. Bei einer Gesangseinlage der Mitarbeiter der Tongabezi Lodge klingt dieser schöne Abend langsam aus.

9.Tag - Sunrise-Cruise - Besuch der Viktoriafälle - Helikopterflug - Besuch des traditionellen Dorfes Simonga

Nach einer morgendlichen Bootsfahrt, bei der wir den Sonnenaufgang und das langsame Erwachen der Natur erleben durften, erwartet uns ein reichhaltiges Frühstück. Mit vier weiteren Gästen machen wir uns danach auf den Weg nach Livingstone, das seinen Namen durch den Entdecker der Viktoriafälle, David Livingstone, erhalten hat. An der Kasse muss jeder von uns erst einmal 20 Dollar Eintritt bezahlen. Dann folgt ein kleiner Fußmarsch, bevor man den ersten Blick auf die gigantischen Wasserfälle werfen kann. Nach einer Reise von etwa 1000 km durch Angola und Sambia verschwindet der Sambesi an den Viktoriafällen auf einer Länge von gut 1700 Metern in einer bis zu 109 Metern tiefen Spalte, die inmitten geschlossener Basaltlava klafft. Kaum vorstellbar wie es ist, wenn sich zum Höhepunkt der Regenzeit im April 550 Millionen Liter Wasser pro Minute über die Fallkante in den sogenannten "Boiling Pot" ergießen, in dem die Wassermassen förmlich zu kochen scheinen. Am Ende der Trockenzeit im Oktober fließen "nur noch" bis zu 150 Millionen Liter in die Schlucht. Regenbögen erstrahlen in der sprühenden Gischt und man kann sich gut vorstellen, dass man nach einer Besichtigung während der Regenzeit ohne Regenbekleidung am Ende völlig durchnässt wäre. Kein Wunder, dass die Regenschirmverkäufer vor dem Eingang zu den Wasserfällen während dieser Zeit ein recht gutes Geschäft machen. Wir wandern an der Felskante entlang und erhaschen immer wieder neue atemberaubende Ausblicke auf dieses Wunder der Natur. Tief unten in der Schlucht lassen es sich ein paar Mutige nicht nehmen, ein abenteuerliches Rafting in den Wassermassen zu wagen. Aber davon nicht genug, sehen wir ein paar Minuten später, wie sich die noch Verrückteren mit dem Bungee-Seil von der historischen Sambesibrücke stürzen.

 

 

 

Erkundigung der Viktoriafälle zu Fuß...

 

... dann steigen wir in den Helikopter...

 

... und entdecken das wahre Ausmaß

Nach der Besichtigung der "Falls" werden Roland und ich zum Helikopterflugplatz gebracht. Wir wollen es uns nicht entgehen lassen, dieses Naturschauspiel auch aus der Luft zu sehen. Eine viertel Stunde kreist der Hubschrauber über den Viktoriafällen und den benachbarten Inseln im Fluss - ein einmaliges Erlebnis, das zwar teuer, aber unbedingt zu empfehlen ist, da man erst von oben einen kompletten Eindruck von den Ausmaßen und von der Schönheit dieses UNESCO Weltnaturerbes bekommt. Sogar Elefanten, die oberhalb der Viktoriafälle ein Bad nehmen, sind vom Helikopter aus deutlich zu erkennen. Das Viertelstündchen ist leider viel zu schnell vorüber und so bringt uns der Pilot zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Gleich nach dem Mittagessen geht es weiter zum Dorf Simonga, dem wir heute noch einen Besuch abstatten wollen. Ein junger Mann empfängt uns und bringt uns zunächst einmal zum Haus der Dorfältesten. Nach der Begrüßung sitzen wir vor ihrem Haus auf niedrigen Holzhockern und lassen uns einiges über das Dorf und seine Einwohner erklären. Simonga ist ein traditionelles Dorf, das durch zahlreiche Hilfsprojekte und Einnahmen aus dem Tourismus einen stetigen Fortschritt in seiner Entwicklung verzeichnen kann. Hier leben ca. 3000 Menschen, es gibt mehrere Kirchen, einen Brunnen, einen Generator für Strom und eine Schule. Ein Krankenhaus ist derzeit im Rohbau und soll demnächst fertig gestellt werden. Der junge Bursche führt uns durchs Dorf und stellt uns den Bewohnern vor. Die Kinder freuen sich über den Besuch und lassen unsere Hände gar nicht mehr los. Wir dürfen sogar in Wohnungen schauen und sind überrascht, dass Kaninchen und Meerschweinchen als Haustiere gehalten werden, so wie wir das von zu Hause her kennen. Heute scheint Waschtag zu sein, denn vor vielen Häusern sind fleißige Hände dabei, die Wäsche zu schrubben. Wir besichtigen auch eine Kirche, den Brunnen und den Krankenhausrohbau. Nach unendlich vielen Fotos, und natürlich einer kleinen Spende für das Dorf, fahren wir wieder zurück zur Lodge und verbringen den Rest des Nachmittags am Pool.

  

Dorfälteste von Simonga

 

Mutter und Sohn

 

Eine der jüngeren Dorfbewohner

Das Abendessen ist wieder einmal so ausgezeichnet, dass wir heute den Koch an unseren Tisch bitten, um ihm ausdrücklich unsere Anerkennung für seine Künste auszusprechen. Da wir morgen schon sehr früh geweckt werden, gehen wir heute zeitig zu Bett.


10. Tag - Elefantenritt - Flug nach Lusaka - Fahrt zum Lower Sambesi in die Kiambi Lodge

Gegen 5.30 Uhr weckt uns Forbes, unser persönlicher "Butler", mit Kaffee und Keksen. Um 6.00 Uhr ist Abfahrt für die heutige Elefantensafari. Am Parkplatz in Livingstone warten wir auf einen Mitarbeiter, der uns zum Ausgangspunkt für den Elefantenausritt bringen soll. Die Sonne geht gerade blutrot über den Dächern der Stadt auf und eine Horde von Meerkatzen frühstückt oder nutzt die morgendlichen noch angenehmen Temperaturen für ausgelassene Spiele. Eine viertel Stunde später werden wir auf dem Gelände der Veranstalter herumgeführt und erfahren, dass man hier auch Löwen und Geparden streicheln und mit ihnen spazieren gehen kann. Da wir früh dran sind, führt uns ein Mitarbeiter zu einigen halbwüchsigen Löwen, die in einem großen Gehege wohnen. Einer liegt gerade nahe am Zaun und trinkt Wasser. Der Guide fordert uns auf, ihn durch das Gitter im Zaun zu streicheln. So berühren wir zum ersten Mal im Leben einen Löwen. Er ist dies natürlich gewohnt und doch spürt man, dass das wilde Tiere sind. Wir sind uns nicht sicher, was wir von dieser Touristenattraktion halten sollen. Gerade Raubkatzen in Gefangenschaft lösen in uns zwiespältige Gefühle aus. Andererseits sehen wir, wie ausgelassen die Jungtiere miteinander spielen und wie liebevoll die Pfleger mit ihnen umgehen. Ein Mitarbeiter schließt die Tür auf und ruft zwei der Löwen zu sich, sie folgen aufs Wort, er lässt sie raus und führt sie - unangeleint - an uns vorbei. Nur "gutgelaunte" Löwen dürfen zum Spaziergang mit.

Schließlich bringt uns der Guide zu den Elefanten, die schon gesattelt und mit jeweils einem Elefantenführer auf dem Rücken auf uns warten. Jeder Gast bekommt einen Elefanten mit Führer zugewiesen. Über eine Einstiegstreppe erreicht man die Sitzhöhe, nimmt hinter seinen "Mahout" Platz und kurz darauf reiten wir, einer hinter dem anderen, durch die Savanne. Rolands Elefant heißt "Mouse" und ich reite auf "Sondela", das heißt übersetzt "Nähe". Jeder bekommt von seinem persönlichen Guide viel über die Natur und die Umgebung erklärt und wir können alle Fragen stellen, die uns in den Sinn kommen. Die Elefanten können 30 Kommandos und Rolands Guide erzählt, dass er das Elefantenführen vor 12 Jahren von einem deutschen Tiertrainer gelernt hat. Die grauen Riesen dürfen, ob mit oder ohne Touristen, täglich ihre Ausflüge machen, sie dürfen baden und im Schlamm herum tollen, gebürstet, wie das in Indien häufig gemacht wird, werden sie hier nicht. Das Reiten auf den Dickhäutern ist eine gemächliche Angelegenheit und gibt einem das Gefühl, völlig mit der Natur zu verschmelzen. Ein Schakal huscht vorbei, Zweige, erste Blätter von Bäumen und Blüten sind zum Greifen nah und auch die verschiedenen Vogelarten lassen sich aus "Elefantenrückenhöhe" sehr gut beobachten.

Ungefähr nach zwei Stunden sind wir zurück von unserem kleinen Ausflug und sehen direkt vor dem Eingang des Gepardengeheges einen Mitarbeiter mit drei dieser gepunkteten Katzen in der Wiese sitzen. Er winkt uns heran und meint, dass wir sie ruhig streicheln können, einer leckt sogar meine Hand ab, alle drei schnurren laut und vernehmlich. Zuerst hat man schon ein wenig Respekt, aber die Erfahrung mit wilden Tiere (im eigentlichen Sinne sind sie es ja nicht mehr) derart auf Tuchfühlung zu gehen, ist einmalig. Dann heißt es Abschied nehmen von den gezähmten Raubtieren und es geht zurück in die Lodge.

  

Nicole auf Sondela

 

Roland auf Mouse

 

Schnurrende Geparden

Nach einem Frühstück, das wir in Rekordzeit einnehmen, packen wir in Windeseile unsere Sachen und werden schließlich zum Flughafen nach Livingstone gebracht. Nach nur einer Stunde Flug landen wir im weiter nord-östlich gelegenen Lusaka. Wir werden schon erwartet: ein großer, etwas machohafter, ziemlich cooler und von sich überzeugter Typ steht breitbeinig in der Empfangshalle. Als er uns anspricht, müssen wir ihn bitten, sich zu wiederholen, da er einen extremen Slang in seiner Sprache hat. Im Auto, einem bis unters Dach vollgeladenen großen Jeep, wartet seine schicke Angetraute und wir wundern uns, wo er denn unser Gepäck noch unterbringen will, aber Jimmy managt das schon. Wir bringen seine Frau noch nach Hause und dann geht es weiter Richtung Lower Sambesi. Unser Ziel ist die Kiambi Lodge, die von Lusaka aus in etwa 3 Stunden erreichbar ist. Die Straßen führen durch hügeliges Land und die Gegend zeigt ein sehr ursprüngliches und ländliches Afrika. Vorbei an kleinen typisch afrikanischen Lehmhüttendörfern, mit Ziegen, Rindern, Hunden und Verkaufsständen, an denen Obst, Gemüse, Fleisch, Eier und auch Haushaltsgegenstände feilgeboten werden, erreichen wir den Kafue-River, den wir in Chirundu per Fähre überqueren müssen. Chirundu ist ein Grenzort zu Simbabwe, an dem Hunderte von Lastwagen auf die Zollabfertigung warten. Jimmy bittet uns auszusteigen und so warten wir zusammen mit vielen Afrikanern, bis wir auf die Fähre können. Sogleich werden wir von einem jungen Schwarzen angesprochen, er freut sich, seine Deutschkenntnisse anwenden zu können: er kann "Guten Morgen" und Guten Abend" sagen. Im weiteren Verlauf des Gesprächs spricht man - wie so oft - über Fußball und die Weltmeisterschaft, die im letzten Jahr ja in Südafrika stattgefunden hat. Weiter geht es über holprige Straßen, bis wir nach weiteren 10 km die Kiambi Lodge erreichen, die, wie es scheint, wirklich abseits jeder Zivilisation liegt. Nachdem wir mit der Chefin gleich alles für unsere Kanutour, die am nächsten Morgen starten soll, geklärt haben, essen wir zu Abend und packen schließlich noch unsere Sachen für die nächsten Tage zusammen. Der Großteil unseres Gepäcks bleibt in der Lodge zurück, bevor wir nach Lusaka zurückfahren, werden wir hier nochmal einen kleinen Zwischenstopp einlegen. Dann schlafen wir bei schönster afrikanischer Geräuschkulisse ein.

11. Tag - Kanusafari

Nach einem kurzen Frühstück treffen wir uns mit Jealous, der uns die nächsten beiden Tage auf unserer Kanusafari begleiten wird. Wir bekommen einen Plastikeimer mit Deckel, in den wir die Kameras und andere Wertgegenstände packen können. Mit dem Kanu zu kentern ist zwar nicht unbedingt an der Tagesordnung, erklärt Jealous, aber es kommt immer wieder mal vor. Der Eimer mit den Sachen schwimmt, und so wären im Fall des Kenterns wenigstens die Wertgegenstände nicht verloren. Wir bekommen eine ausführliche Einweisung ins Kanufahren und werden auf die verschiedenen Gefahren aufmerksam gemacht: 1. Nilpferde, 2. Krokodile, 3. Steine, 4. Holz, das im Flussboden steckt und 5. die starke Sonneneinstrahlung.

Schließlich geht's los, immer Jealous' Kanu hinterher, wir sollen ihn nicht überholen. Wie man ein Kanu steuert haben wir schnell heraus, trotzdem sind wir anfangs noch etwas vorsichtig, da das Kanu eine recht instabile Wasserlage hat, beugt man sich ein klein wenig zu weit nach rechts oder links, droht das schmale Boot zu kentern. Es ist ein ganz anderes Gefühl, die afrikanische Wildnis vom Fluss aus zu beobachten. Der Kontakt zur Natur und zu den Elementen ist viel größer als in einem Safariauto. Man darf nicht meinen, dass der Sambesi ruhig und träge dahin fließt, d.h., oberflächlich betrachtet tut er dies vielleicht schon, sitzt man aber in einem Kanu, sind die Wellen fast wie an einem ruhigen Tag am Meer. Als wir die ersten Krokodile am Ufer liegen sehen, keine zwei Meter von uns entfernt, verstärkt sich das Gefühl des Ausgeliefertseins noch ein wenig. Aber die Krokodile sind faul und sonnen sich nur. Gemächlich paddeln wir mit der Strömung und empfinden diese Fortbewegungsart bald als sehr angenehm und wie Balsam für die Seele. Immer wieder treffen wir auf Elefanten, die sich an den schilfartigen Pflanzen satt fressen. Auch Paviane, Buschböcke, Nilpferde und vielerlei Wasservögel bereichern das Gesamtbild. Eine große Elefantenherde beobachten wir dabei, wie sie den Fluss durchquert. Dieses Schauspiel dauert eine ganze Zeit, da der Sambesi hier einige Kilometer breit ist. Am rechtsseitigen Ufer liegt Simbabwe und links von uns Sambia, die Inseln dazwischen gelten als Niemandsland und auf einer solchen Insel landen wir zur mittäglichen Rast. Der Assistent von Jealous erwartet uns bereits, er ist schon mit einem Motorboot vorausgefahren und hat das gesamte Gepäck, die notwendigen Ausrüstungsgegenstände und die Zelte, sowie den Proviant dabei. Wir bekommen Mittagessen und sogar Kaffee, danach schlafen wir alle im Schatten der großen Bäume ein wenig, um der größten Hitze des Tages zu entgehen. Nach der kleinen Pause paddeln wir weiter. Gemächlich gleiten wir auf dem Fluss dahin, es ist zum Glück nicht mehr ganz so drückend heiß, einige Kilometer lassen wir uns einfach treiben. Dicke Baobabs und Leberwurstbäume mit vollreifen Früchten ziehen an uns vorbei, wir sehen Menschen, die nahe am Ufer wohnen und ihren Geschäftlichkeiten nachgehen. Dies ist Afrika pur, nirgends hab ich die Energie des Kontinents deutlicher gespürt als hier.

  

Unsere Kanus

 

Fischer auf dem Sambesi

 

Abendstimmung auf einer Sambesiinsel

Die Sonne steht schon sehr tief, als wir unsere Übernachtungsinsel - mitten im Sambesi gelegen - erreichen. Das Lagerfeuer brennt schon, der Himmel hat sich rotgolden verfärbt und die Sonne versinkt langsam hinter den Bäumen. Wir graben unsere Füße in den noch warmen Sand und genießen die besondere Abendstimmung. Jealous kocht Spaghetti, die es später mit einer Gemüsesoße als Abendessen gibt. Dann zieht die Nacht herein und bietet uns einen einmaligen Sternenhimmel. Da heute Neumond ist, ist es besonders dunkel und die Milchstraße ist gut zu erkennen. Wir sitzen noch eine Weile am Lagerfeuer, bis ich schon im Sitzen einschlafe - Zeit, sich ins Zelt zu verziehen. Nachts wache ich vom Nilpferdgegrunze auf und kurze Zeit später hört man ein tiefes Grollen, ich bin überzeugt, dass das Löwen sind, weiß aber, dass sie sich nicht auf der Insel befinden können und schlafe deshalb bald wieder ein. 

12. Tag - Kanusafari 

Das allgegenwärtige Hippokonzert und der Gesang der Vögel läuten den Tag ein. Noch vor dem Frühstück schauen wir, welche Tierspuren wir finden können. Ganz frische Nilpferd- und Elefantenfußabdrücke sind im feinen Sand zu sehen - nun weiß man, wer in der letzten Nacht zu Besuch war. Nach einem Frühstück mit über der Feuerstelle geröstetem Toast packen wir zusammen und weiter geht es mit den Kanus.

Heute ist es deutlich windiger als gestern. Dieser Umstand macht sich schon bald in den Armen bemerkbar, da das Paddeln gegen den Wind und die deutlich höheren Wellen ziemlich anstrengend ist. Die Nilpferde bleiben heute lieber unter der Wasseroberfläche, sie mögen den Wind auch nicht so gerne, selbst die Elefanten suchen geschützte Plätze auf. Nach einer Weile kommt uns unser Koch und Begleiter im Motorboot entgegen. Er meint, dass wir totales Glück haben, denn er hat soeben ein kleines Löwenrudel entdeckt, das einige Kilometer flussabwärts auf der Simbabwe-Seite am Ufer rastet. Löwen in dieser Gegend zu sichten ist eher selten der Fall, die Tiere in diesem an den Fluss grenzenden Nationalpark sind nämlich auf Grund des florierenden Jagdtourismus ziemlich scheu. Wir steigen ins Motorboot um und fahren zu den Löwen. Tatsächlich sind sie noch da. Als wir uns aber dem Ufer nähern, springen fünf von den sechsen auf und verziehen sich ins Gebüsch oder hinter Termitenhügel, um dann von dort neugierig hervorzuspitzeln. Nur eine einzige Löwendame bleibt relativ gelassen liegen. Das Boot treibt noch ein wenig näher ans Ufer heran, dies gefällt der Katze aber gar nicht, sie zeigt uns die Zähne und faucht unfreundlich. Nun ja, wir wollen nicht weiter stören und nachdem wir schon einige Fotos und Filmaufnahmen im Kasten haben, ziehen wir uns lieber zurück.

Wir fahren wieder flussaufwärts und schon bald kommt uns Jealous mit unserem Kanu im Schlepptau entgegen. Der Wind ist inzwischen noch heftiger als vorher, wir machen eine Pause von ca. 40 Minuten, da der Wind aber nicht nachlässt, entscheiden wir uns doch weiter zu paddeln. Obwohl wir mit der Strömung fahren, müssen wir uns ordentlich ins Zeug legen. Zweimal schaffen wir es nicht rechtzeitig, gegen Wind und Wellen anzusteuern und drehen uns um die eigene Achse. Danach passen wir mehr auf und es klappt auch besser, allerdings ist das ganze Unterfangen - vor allem für mich - auch ganz schön kräftezehrend. Deshalb bin ich froh, als wir die Insel für die Mittagspause erreichen. Das Paddeln hat uns hungrig gemacht und so freuen wir uns über die große Portion Nudelsalat, die es zum Mittagessen gibt. Nach einer etwa eineinhalbstündigen Pause machen wir uns wieder auf den Weg.

  

Unsere Übernachtungsinsel

 

Fischen fürs Abendessen

 

Der letzte afrikanische Sonnenuntergang

Elefanten verspeisen die am Ufer wachsenden Binsen, Glanzstare vollbringen abenteuerlich Flugmanöver, um Insekten zu fangen und ein Nilpferd erschreckt uns, als es durch das Gebüsch prescht und mit einem lauten Platschen wenige Meter hinter uns ins Wasser springt. Wir paddeln nahe am Ufer, da es hier etwas windgeschützter ist als in der Mitte des Flusses. Ein Dorf nach dem anderen säumt nun das Flussufer, Menschen sind dabei, Wäsche zu waschen und winken uns zu. Irgendwann gebe ich auf, zurück zu winken, da das Paddeln wegen des Windes wahnsinnig anstrengend geworden ist und man lieber versucht, irgendwie im Rhythmus zu bleiben. Um zu unserer Übernachtungsinsel zu gelangen, bleibt uns nichts anderes übrig, als jetzt quer über den Sambesi zu fahren. Die letzten Kilometer denke ich, dass wir heute nicht mehr ankommen, der Wind ist so heftig, dass er die Wellen dermaßen aufpeitscht, dass wir aufpassen müssen, dass das Kanu nicht parallel zu den Wellen steht. Die Gefahr zu Kentern ist durchaus gegeben und das wäre wirklich das Letzte, was wir jetzt gebrauchen können. Das Gefühl, gegen diesen unglaublichen Wind ankämpfen zu müssen, ist ein ganz anderes als sich - wie gestern - auf dem stillen Strom einfach treiben zu lassen. Hier zeigt die Natur wieder einmal ihre unterschiedlichen Gesichter. Ich muss an das Buch Regenzauber von Michael Obert denken, der eine Reise auf dem Niger gemacht hat und Inspiration für diese Kanutour war. Er beschreibt darin unter anderem, dass die Menschen, die an den Ufern des Nigers leben, den Fluss für ein beseeltes Wesen halten, das je nach Laune, entweder sein freundliches oder sein böses Antlitz zeigt. Diese Vorstellung kann ich momentan sehr gut nachvollziehen. Irgendwann haben wir es aber doch geschafft und kommen erschöpft auf der Insel an.

Der Abend gestaltet sich nun eher als ungemütlich, denn essen, trinken, abwaschen, umziehen, Zähne putzen und schlafen sind bei Sandsturm eher schwierige Unterfangen. Ich denke daran, dass ich schon immer mal in die Wüste reisen wollte, bin mir aber momentan nicht mehr ganz so sicher. Der Wind zerrt und ruckelt an unserem Nachtquartier, in jeder Ritze befindet sich Sand, das Zelt ist, obwohl es geschlossen war, voll davon. Wenn wir nicht so müde von diesem anstrengenden Tag gewesen wären, hätten wir in dieser Nacht wahrscheinlich kein Auge zu getan.

13. Tag - Rückfahrt zur Kiambi Lodge - Heimreise nach Deutschland

Glücklicherweise wachen wir um 10 nach 5 von selber auf. Als ich aus dem Zelt schaue, meint Jealous, ob wir gleich fertig sind, denn in 10 Minuten müssen wir los. Wir dachten, er hätte gestern gesagt, dass er uns wecken würde - tja, das war dann wohl ein Missverständnis. Aber egal, in Windeseile packen wir zusammen. Morgentoilette ist bei dem ganzen Sand sowieso sinnlos.

Und so fahren wir eine viertel Stunde später mit dem Motorboot die 40 Kilometer zurück zur Kiambi Lodge. Der Wind ist noch genauso heftig wie gestern und durch die ungewöhnlich hohen Wellen und das Tempo, das der Kapitän einhält, sind wir durch das hereinspritzende Wasser innerhalb kürzester Zeit nass bis auf die Knochen. Ich hoffe, dass die Kameraausrüstung nichts abbekommen hat. Wir haben es einigermaßen eilig, da wir pünktlich in Lusaka am Flughafen sein müssen, eine 3-stündige Autofahrt vor uns haben und unser Gepäck noch flugtauglich herrichten müssen. Da scheint es uns als schlechtes Omen, als plötzlich der Motor des Bootes still steht und wir keinen Meter mehr weiter fahren können. Während der Kapitän am Motor rumschraubt, treibt das Boot langsam auf eine Gruppe Nilpferde zu. Mir fallen Filme, die ich im Fernsehen gesehen habe, ein, die davon berichten, dass Nilpferde die gefährlichsten Tiere Afrikas sind. Und hat Jealous gestern nicht gesagt, dass man sich den Nilpferden nicht mehr als 20 Meter nähern soll? Diese Distanz ist nun langsam unterschritten und tatsächlich drohen die ersten mit weit aufgerissenen Mäulern. Just in diesem Moment springt der Motor wieder an und wir können weiterfahren. Keine viertel Stunde später noch einmal das gleiche Schauspiel. Inzwischen denke ich nicht mehr nach, sondern bin überzeugt, dass es halt Schicksal ist, ob wir nun von einem Nilpferd getötet werden oder unseren Flug verpassen. Der Kapitän schafft es ein zweites Mal, den Motor wieder in Gang zu setzen und als wir nass und total durchgefroren die Kiambi Lodge in einem noch akzeptablen Zeitfenster erreichen, bin ich einfach nur dankbar und heilfroh.

Nach einer kurzen Dusche und einer Tasse Kaffee geht es zuerst per Motorboot zu der Stelle, an der wir bei unserer Anreise mit der Fähre übersetzen mussten, dort hat Jimmy das Auto geparkt und damit das Warten auf die Fähre umgangen. Endlich steigen wir mit flugtauglich gepackten Taschen in den Wagen und machen uns auf den Weg zurück nach Lusaka. Die Fahrt verläuft reibungslos und wir können pünktlich für die Maschine nach Johannesburg einchecken. Zwei Stunden später kommen wir an und nutzen unseren langen Zwischenstopp für eine ausgiebige Shopping-Tour. Gegen 19.00 Uhr sitzen wir im Flieger nach Paris und sind schon wieder rechtschaffen müde und geschafft. Trotzdem wollen wir heute noch bis 24.00 Uhr durchhalten, da Roland am nächsten Tag Geburtstag hat und wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, hoch über den Wolken darauf anzustoßen. Am nächsten Morgen landen wir in Paris und können glücklicherweise gleich eine Stunde später weiter nach München fliegen. Dort werden wir, zwar etwas verspätet, von unserem Flughafentaxi abgeholt und treffen schließlich am frühen Nachmittag zu Hause ein und werden wie immer von der weltbesten Haus-, Hof- und Hundesitterin, meiner Mama, empfangen.

 

Diese Reise haben wir über www.fauna-reisen.de gebucht

 

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